Tag 1: Dienstag, den 17.05.16 Besuch der Polizei in Freiburg

Am Dienstag, nach unserer Ankunft auf der Hütte in Wieden, trafen wir uns um halb Zwölf, um gemeinsam nach Freiburg aufzubrechen. Nach einer Stunde Fahrt gingen wir noch Mittagessen, bevor wir uns um 14:00 Uhr vor dem Polizeipräsidium Freiburg trafen. Das Polizeipräsidium ist eine staatliche Polizeibehörde mit Lenkungs- und Leitungsfunktion für verschiedene Großverbände innerhalb der Landespolizeien. Es untersteht direkt dem zuständigen Landesministerium. Wir wurden herzlich von Frau Bohrer, unserer Ansprechpartnerin, die in der Öffentlichkeitsarbeit tätig ist, begrüßt. Da sich Frau Bohrer im Voraus viele Gedanken über unseren Tag bei der Polizei gemacht hatte, erwartete uns ein speziell auf uns zugeschnittener Tag.

Zur Einführung versammelten wir uns in einem Konferenzraum, um einen Vortrag über die Strukturen und Aufgaben der Polizei zu bekommen. Der Leiter des Polizeireviers und ein weiterer Polizeibeamter, sowie eine Beamtin die für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, erläuterten uns verschiedene Aspekte aus dem Bereich der Verkehrspolizei. Während des Vortrages konnten wir konkrete Fragen zur Zusammenarbeit. Zur Freude unsererseits, konnten wir die Schnittstellen zwischen dem Rettungsdienst und der Polizei unter die Lupe nehmen und Erfahrungswerte austauschen. Außerdem erfuhren wir mehr über die polizei-internen Vorgänge, wie beispielsweise die vor einiger Zeit durchgeführte Reformierung der Polizeistrukturen in Baden-Württemberg. Besonders die Untergliederung der Polizei und die strikte Trennung der einzelnen Bereiche waren uns nicht bekannt. Dies mag daran liegen, dass wir unsere weitere Kräftenachforderung ausschließlich über unsere Leitstellen anfordern.

Anschließend besichtigten wir ein Fahrzeug der Verkehrspolizei. Dieses wurde uns auf anschauliche Art und Weise vorgestellt und jeder Gegenstand in seiner Funktion erklärt. Uns wurde die Vorgehensweise am Unfallort erläutert und bestimmte „Kniffe“ der Polizei vorgeführt, durch die sie die Unfallkinematik bewerten, sowie den Unfallhergang rekonstruieren und Spuren sichern können.

Im Anschluss besichtigten wir in einen Raum des Führungs- und Lagezentrums der Polizei. Dort bekamen wir einen Eindruck davon, wie die Polizei mit größeren Schadenslagen umgeht. Beeindruckend waren der strukturierte Ablauf und die klare Organisation innerhalb der Polizei und ihren Abteilungen. Uns wurde vom Schichtrhythmus, über das Einsatzgebiet, bis hin zum Arbeiten im Führungsstab in Krisensituationen, alles erklärt.  Zum Abschluss des Tages durften wir noch einen Blick in die Notrufannahme und Disposition der Einsätze der Polizei werfen. Somit hatten wir einen konkreten Vergleich zur Arbeit unserer integrierten Leistellen im Rettungsdienst. Über den gesamten Tag verteilt sind uns unbekannte Details über die Arbeit der Polizei erklärt worden. Es gab lustige Augenblicke, wie beispielsweise in der Leitstelle, wo wir von kuriosen Anrufern erfuhren, die darum baten, die Straßenlaternen auszumachen, da es zu hell sei. Aber uns wurden auch hilfreiche Informationen mit auf den Weg gegeben – zum Beispiel, dass wir der Polizei behilflich sein können, indem wir bei Verkehrsunfällen, die Lage der Patienten markieren oder weitere wichtige Hinweise, die für die Aufklärung der Polizei behilflich sein könnten, weitergeben. Wir haben uns sehr über die Bemühungen der Polizei gefreut, uns einen informativen Tag zu bescheren und möchten hiermit nochmals einen speziellen Dank an Frau Bohrer vom Poizeirevier Freiburg, die diesen Tag für uns möglich gemacht hat.

Tag 2: Mittwoch, den 18.05.2016 – Wanderung durch den Schwarzwald

Am Mittwoch den 18.05.2016 machten wir bei traumhaftem Wetter eine Wanderung von insgesamt 15,4km und 620 Höhenmeter. Wir starteten gemeinsam um 10:15 Uhr an der Rheinfelder Hütte. Von hier aus ging es erstmal bergab. Die Wanderroute führte uns auf einem idyllischen Wanderweg über den Moosbach Richtung Scheuermattlift. Am dortigen Gasthaus Auerhahn legten wir die erste Pause ein. Nach weiteren ein bis zwei Kilometern, waren wir am tiefsten Punkt, auf circa 700m über dem Meeresspiegel. Dort überquerten wir die L123. Von da an ging es wieder berghoch auf circa 1350m über dem Meeresspiegel. Auf der Hälfte des Aufstieges machten wir eine weitere, längere Pause. Während des Aufstiegs roch man den Kohlemeiler, welchen wir am Tag darauf im Rahmen der gemeinsamen Übung mit der Bergwacht (siehe Bericht Tag 3), besichtigten. Nach überwinden der Bergkuppe auf Höhe des Besucherbergwerks Finstergrund, marschierten wir zurück Richtung Wieden. Kurz vor dem Ortseingang machten wir eine weitere Pause bei einer Bushaltestelle.

Nach ein paar Metern auf einer Landstraße bogen wir dann auf die vermeidliche Zielgerade ein, welche sich jedoch noch ganz schön in die Länge, bzw. Höhe zog. Am Ende des letzten Aufstiegs wartete dann wieder der Startpunkt, unsere Hütte auf uns. Einige Wenige entschieden sich nach dem langen Marsch noch für eine erfrischende Abkühlung im naheliegenden Weiher, auch wenn bloß die Füße hineingehängt wurden. Lediglich eine mutige Seele hat sich ganz in das gefühlt 4 Grad kalte Wasser hineingestürzt.  Am Abend des zweiten Tages waren alle verständlicherweise ziemlich schlapp. Zum Glück gab es neben ein paar kleineren Wehwechen keine Verluste oder Verletzungen zu beklagen. Zur Belohnung wurde dann noch über offenem Feuer gegrillt, bis uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung machte und wir auf Herd und Pfanne ausweichen mussten.

Tag 3: Donnerstag, den 19.05.16 – Gemeinsame Übung mit der Bergwacht Schwarzwald (Bergstation Wieden)

Am dritten Tag besuchten wir die Bergwacht Wieden. Zur Begrüßung gab es für jeden erst einmal etwas zu trinken und eine kleine Diashow als Einführung. Der Leiter der Bergwacht erklärte uns Aufgaben, Ausbildung, Struktur und die Finanzierung der Bergwacht. Diese finanziert sich größtenteils über Spenden. Die Mitglieder bekommen für ihre Einsätze keine Aufwandsentschädigung wie es z.B. bei der Freiwilligen Feuerwehr üblich ist. Zu ihren Aufgaben zählt die Rettung verunglückter Skifahrer und Wanderer in unwegsamen Gelände. Sie ist zusätzlich auf die Lift- und Höhenrettung spezialisiert. Einweisung der Rettungshubschrauber und der Naturschutz gehören auch dazu. Aufgrund langer Anfahrtswege des örtlichen Rettungsdienstes engagiert sich die Bergwacht auch als First Responder. Dieses Jahr feiert die Bergwacht Wieden ihr 60jähriges Bestehen.

Danach wurde die Klasse in zwei Gruppen geteilt. Einer Gruppe wurden die Grundlagen des Kletterns beigebracht und es wurde ihnen die Möglichkeit gegeben, auf einen Liftmast zu klettern und sich abseilen zu lassen. Währenddessen wurde der anderen Gruppe die Ausrüstung der Bergwacht gezeigt. Speziell wurde auf Rucksackmanagement und die medizinische Ausstattung eingegangen. Zur Rettung aus schwierigem Gelände stehen der Bergwacht verschiedene Rettungs- und Fortbewegungsmittel zur Verfügung. Zum schnellen Erreichen des Einsatzortes ist es möglich einen Skidoo zu nutzen. Für die Rettung von Menschen gibt es verschiedene Tragen, welche für den Transport im Gelände geeignet sind. Anschließend bereiteten wir uns auf eine Übung im Bergwerk Wieden vor. Die Zusammenarbeit von Bergwacht und Rettungsdienst stand dabei im Vordergrund. Während die Bergwacht die Übung vorbereitete, erklärte ein Mitglied der Bergwacht uns die Herstellung von Holzkohle mit Hilfe eines Kohlemeilers und Anhand einer Bilderkollage. Die Tradition von über 250 Jahren Kohleherstellung in Wieden wird durch die Herstellung von Kohle einmal jährlich gepflegt.

Als die Vorbereitungen der Übung getroffen waren, konnte diese starten. Es wurden zwei Teams mit jeweils vier Schülern zusammengestellt, welche die medizinische Versorgung übernehmen sollten. Diese Teams wurden jeweils mit einem Begleiter der Bergwacht in den Stollen zum „Einsatzort“ begleitet. Im Stollen gab es zwei verletzte Patienten, die durch die Bergwacht geschminkt wurden, um das Szenario realistisch darzustellen. Bis zum Einsatzort mussten die Rettungsteams ca. einen Kilometer in den Stollen hineingehen und hierbei bei Dunkelheit nur mit Licht der Taschenlampen auf diverse Stolperfallen und Hindernisse achten. Die Versorgung der Patienten erfolgte unter Verwendung des Materials der Bergwacht durch die Rettungsdienstschüler. Bei der Rettung bekamen wir dann Unterstützung durch weitere Helfer der Bergwacht, die sich um die Rettung über Treppen und andere Hindernisse mit Hilfe von Bergtragen, sowie die Sicherung der Patienten und Teammitglieder kümmerten. Insgesamt waren ca. 15 Kollegen der Bergwacht an diesem Nachmittag zugegen, um gemeinsam mit uns zu üben und zusammen zu arbeiten. Fünf von Ihnen hatten dafür sogar Urlaub genommen.

Nach der Übung trafen wir uns gemeinsam in unserer Hütte zu einem gemütlichen Abendessen, es gab Maultaschen und Kartoffelsalat. Anschließend gab es eine gemeinsame Übungsnachbesprechung, bei der die positiven aber auch verbesserungswürdigen Aspekte aus verschiedenen Perspektiven von Bergwacht und Rettungsdienst beleuchtet werden konnten. An dem Abend wurden viele nette Gespräche geführt und neue Kontakte geknüpft.

Tag 4: Freitag, den 20.05.2016 – Besuch der Berufsfeuerwehr Freiburg

Am Freitag und zugleich letzten Tag unserer Exkursionswoche besuchten wir die Berufsfeuerwehr Freiburg. Wir starteten mit der Führung durch den Fuhrpark der Berufsfeuerwehr, wo uns zu Beginn der Dienst- und Schichtplan erklärt wurde. Wir erfuhren ebenso, dass jeder Mitarbeiter einen eigenen Ruheraum hat. Während ihrer Bereitschaftszeit gehen die Mitarbeiter verschiedene Aufgaben nach, wie z.B. dem Dienst in der hauseigenen Werkstatt oder dem regelmäßigen Sport mit einem externen Fitnesstrainer. Anschließend besichtigten wir den ersten Löschzug der Berufsfeuerwehr, welcher aus einem Einsatzleitwagen, zwei Hilfeleistungslöschfahrzeugen und einer Drehleiter besteht. Er zeigte uns die einzelnen Fahrzeuge und erklärte uns das darauf verladenen Material, welches für die Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst relevant ist. Ergänzend zu dem Löschzug erklärte er uns einige Sonderfahrzeuge des Fuhrparks, so z.B. ein Gerätewagen Gefahrgut für Einsätze mit Gefahrstoffen, ein Rüstwagen 2 für Technische Hilfeleistungseinsätze sowie ein Tanklöschfahrzeug 24/50, das ein Wassertank mit 5000 Liter mitführt. Das größte Fahrzeug der Berufsfeuerwehr Freiburg ist ein Autokran, der bis zu 40 Tonnen anheben kann. Dieser kann im gesamten Regierungsbezirk Tübingen eingesetzt/alarmiert werden.

Nach der Führung durch den Fuhrpark trafen wir uns im Führungs- und Lagezentrum der Feuerwehr und bekamen dort einen Überblick über die integrierte Leitstelle Freiburg und deren Aufgaben. Durch eine Fensterfront konnten wir einen Blick auf die Disposition werfen. Eine Besonderheit ist, dass es einen Schichtführer gibt, der auf einem erhöhten Podest arbeitet. Zusätzlich überwacht ein Disponent mit Hilfe mehrerer Kameras den einzigen Tunnel in Freiburg. Als Abschluss und Höhepunkt des Tages durfte jeder mit der Drehleiter die Aussicht aus 30 Meter über Freiburg genießen.