Erster Notfallsanitäter-Jahrgang beendet Ausbildung

Der Präsident des DRK-Landesverbands Baden-Württemberg, Dr. Lorenz Menz, überreicht heute in Pfalzgrafenweiler dem ersten Jahrgang der an der DRK-Landesschule ausgebildeten neuen Notfallsanitäter die Urkunden für die bestandene Prüfung. Vor drei Jahren hatten die 44 jungen Menschen ihre Ausbildung begonnen, nun können sie ihren Dienst in der Notfallrettung aufnehmen. Gleichzeitig macht sich das DRK große Sorgen über die Personalsituation im Rettungsdienst.

„Sie sind die Pioniere in einem neuen Beruf – hochqualifiziert und ganz nah am Menschen“ beschreibt Dr. Menz stolz die ersten Absolventen, die nach dreijähriger Ausbildung an der Schule, in der Klinik und auf dem Rettungswagen jetzt ihre Urkunden erhalten werden. Die gut ausgebildeten Notfallsanitäter werden jetzt ihren Dienst in der Notfallrettung beginnen. Die DRK-Landesverbände und die AOK Baden-Württemberg haben sich bereits im August 2017 an Bundesgesundheitsminister Gröhe gewandt und gefordert, dass seitens des Bundesgesetzgebers so schnell wie möglich die Rahmenbedingungen dahingehend geändert werden, dass Notfallsanitäter diejenigen Maßnahmen, die sie in ihrer Ausbildung gelernt haben, auch in der Praxis tatsächlich anwenden dürfen – zum Wohle der Patienten, aber auch um den Mitarbeitern eine interessante, verantwortungsvolle Tätigkeit zu bieten. Wie wichtig es ist, möglichst viele junge Menschen für den Beruf zu begeistern, zeigt ein Blick auf die Personalsituation im Rettungsdienst.

Rotes Kreuz besorgt über Personalmangel im Rettungsdienst

Mit dem Inkrafttreten des Notfallsanitätergesetzes im Jahr 2014 wurde die zweijährige Ausbildung der Rettungsassistenten durch die dreijährige Ausbildung zum Notfallsanitäter abgelöst. Durch die längere Ausbildungszeit fehlt ein ganzer Jahrgang neu ausgebildeter Mitarbeiter im Rettungsdienst. Diese Personallücke bereitet dem Roten Kreuz große Sorgen, denn es wird aktuell in einzelnen Regionen immer schwieriger, alle Schichten im Rettungsdienst zu besetzen. Vor diesem Problem steht nicht nur das DRK in Baden-Württemberg, es betrifft vielmehr alle Rettungsdienste im ganzen Bundesgebiet. Verschärft wird die Situation durch die teilweise massiven Erweiterungen der Vorhaltung an Rettungsmitteln, um die Hilfsfrist einzuhalten. Dabei werden, um einen Rettungswagen (RTW) rund um die Uhr betreiben zu können, etwa zwölf Mitarbeiter benötigt.

Deswegen hat das DRK in Baden-Württemberg die Ausbildungskapazitäten seit dem Jahr 2014 massiv ausgebaut. Die DRK-Landesschule hat neben ihrem Stammsitz in Pfalzgrafenweiler mittlerweile an neun Standorten in Baden-Württemberg zwölf Schulklassen eingerichtet. Dr. Menz betont, dass hierfür erhebliche – insbesondere auch finanzielle – Anstrengungen notwendig waren. Im Oktober 2017 werden an diesen Standorten 269 Notfallsanitäter ihre Ausbildung beginnen. Ein weiterer Schulstandort soll im Jahr 2018 in Villingen-Schwenningen eingerichtet werden.

Gemeinsam mit dem Sozialministerium und dem Innenministerium ist es in den letzten Monaten gelungen, die Ausbildungskapazitäten über verschiedene Stellschrauben zu erhöhen. So konnte die bisherige Klassengröße für die Ausbildung der Notfallsanitäter für die nächsten fünf Jahre von 23 auf 25 Schüler angehoben werden. Das Regierungspräsidium Karlsruhe hat zusätzlich eine weitere Klasse mit Ausbildungsbeginn im Frühjahr genehmigt. „Wir haben eine Durststrecke vor uns, die uns die nächsten Jahre beschäftigen wird“, stellt Dr. Menz fest. Das Rote Kreuz möchte deshalb gemeinsam mit den anderen Akteuren im Rettungsdienst die bestehende Personallücke schnellstmöglich schließen und setzt alles daran, möglichst vielen jungen Menschen die Ausbildung zum Notfallsanitäter zu ermöglichen.